Basti

Die dritte Hauptmaßnahme des Panchakarma ist die Reinigung des unteren Darmabschnitts, die Basti Therapie mit medizinischen Einläufen. Der Dickdarm ist der Hauptsitz von Vata. Da dieses als König der Doshas gilt, ist seine Regulierung von besonderer Bedeutung. Denn ein Ausgleich dieses Doshas heilt nicht allein Vata-Störungen, sondern auch Krankheiten, die mit Pitta und Kapha zusammenhängen.

In den klassischen Ayurvedischen Texten wird der Wert der Basti-Behandlung gepriesen. In der ,Caraka Samhita’ heißt es: “Obgleich Basti im Dickdarm zur Wirkung kommt, zieht es durch seine Kraft alle Unreinheiten von der Fußsohle bis zum Kopf an sich, ebenso wie die Sonne, die am Himmel steht, alle Säfte der Erde austrocknet.”

Die Basti-Behandlung leitet überschüssiges Vata aus. Vata kontrolliert den Körper und das Leben. Aus der Balance gerät es zuerst dort, wo es natürlicherweise residiert, also im Dickdarm. Erst später greift seine Störung auf andere Orte und die anderen Doshas über. Zu typischen Störungen des Vata-Prinzips gehören unter anderem: hoher Blutdruck
Ein- und Durchschlafstörungen, Erschöpfungszustände, Konzentrationsschwäche, Kreislaufstörungen, Migräne , Erkrankungen des Nervensystems, Nervosität, Schmerzsyndrome, Unfruchtbarkeit, Verdauungsprobleme wie Verstopfung oder der sogenannte Reizdarm (Wechsel von Verstopfung und Durchfall), Krankheiten der Wirbelsäule und der Gelenke, wie beispielsweise rheumatische Gelenkerkrankungen.

Es gibt eine Fülle unterschiedlicher medizinischer Einläufe, die sich in zwei Hauptgruppen unterteilen lassen:

ANOVASANA-BASTI ODER ÖLEINLÄUFE
Es wird Sesamöl in geringer Dosierung verabreicht. Der Einlauf wird nicht auf nüchternen Magen gegeben und sollte im Idealfall etwa neun Stunden im Darm verbleiben. Diese Form des Einlaufs hat eine ölende und Vata-beruhigende Wirkung.

NIRUHA-BASTI ODER EINLÄUFE ÜBERWIEGEND AUS EINEM HEILPFLANZENSUD
Individuell auf die Dosha-Störung abgestimmt werden unterschiedliche Heilpflanzen eingesetzt, deren Sud weitere Inhaltsstoffe wie Öl, Ghee, Honig etc. beigefügt wird. Auch die Gesamtmenge des Basti wird dem Patienten angepasst. Dieser Einlauf hat eine Vata ausleitende Funktion und wird vom Patienten für kurze Zeit im Darm gehalten.

Anurasana- und Niruha-Bastis werden im Wechsel verabreicht. Je nach Beschwerdebild werden unterschiedliche Therapieschemen durchgeführt.